Die Evangelische Kirche und die Diakonie setzen sich seit Oktober 2025 mit der Initiative #VerständigungsOrte dafür ein, den Dialog in der Gesellschaft zu stärken. Unter dem Motto „Wir. Reden. Hier.“ sollen bundesweit Orte entstehen, an denen Menschen einander zuhören, unterschiedliche Meinungen austauschen und Perspektiven wechseln. Zwanzig solcher sogenannter „Verständigungsorte“ wurden im Lauf des vergangenen Jahres von der Diakonie Bayern mit insgesamt 10.000 Euro gefördert. Dazu gehört auch das Projekt „Sprechen + Zuhören: Brücken der Verbindung bauen“ der Diakonie Allgäu.
Das Spektrum der geförderten Projekte ist breit und zeigt die Vielfalt und Qualität diakonischen Engagements in Bayern. Es geht um Begegnungs- und Nachbarschaftscafés, Vesperkirchen, Mehrgenerationenhäuser, interkulturelle Initiativen, Kultur- und Bildungsangebote. Alle geförderten Projekte werden online unter Best-Practice-Beispiele Verständigungsorte - Diakonie Bayern vorgestellt.
„Die Bilanz unserer Aktion ist erfreulich“, resümiert Dr. Sabine Weingärtner, Präsidentin des Diakonischen Werkes Bayern. „Unser Engagement hat dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Verständigungsorte im Freistaat signifikant erhöht hat. Im Juli 2025 gab es erst zehn Verständigungsorte in Bayern, jetzt sind es mehr als 40.
Dazu gehören niedrigschwellige Projekte wie „Offener Tisch – offener Dialog“ der Streetwork Würzburg, das Projekt „Mit Hand und Herz“ des Freiwilligenzentrums z`sam in München oder das kostenlose Sonntagsfrühstück der Forchheimer Christuskirche in Kooperation mit dem dortigen Mehrgenerationenhaus. Die Petrikirche Baldham in Vaterstetten lädt prominente Gäste ein. Am 3. Februar 2026 waren der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und Imam Dr. Benjamin Idriz zu Gast. Am 27. Oktober 2026 wird der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch vor Ort sein und aus seinem Leben erzählen.
Die Diakonie Allgäu hat in Kooperation mit der Christuskirche und dem Evangelischen Dekanat Memmingen das Projekt „Sprechen + Zuhören: Brücken der Verbindung bauen“ aus der Taufe gehoben. In den mehrmals pro Jahr stattfindenden Veranstaltungen wird ein spezielles Gesprächsformat genutzt, das vom Verein Mehr Demokratie e.V. entwickelt wurde und in dessen Mittelpunkt das Leitmotiv „Wie geht es dir mit...“ steht. Dabei geht es ausdrücklich nicht um politische Debatten, rationale Argumente oder das Überzeugen des Gegenübers, sondern um das Teilen von persönlichen, emotionalen Perspektiven und Bedürfnissen - ohne moralische Bewertung. Das Ziel ist es, Meinungsverschiedenheiten im Alltag sichtbar zu machen, sie auszuhalten und durch echtes, vorurteilsfreies Zuhören Brücken zwischen den Menschen zu bauen. Nach der moderierten Dialogphase schließt die Veranstaltung jeweils mit einem ungezwungenen Austausch bei Snacks und Getränken ab.
#VerständigungsOrte ist eine Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland und der evangelischen Zukunftswerkstatt midi. Nähere Informationen unter www.midi.de/verstaendigungsorte. Unter dem Namen „Diakonie der Vielfalt“ hat das Diakonische Werk Bayern eine entsprechende Projektstelle mit dem Schwerpunkt Demokratieförderung eingerichtet. Das von der GlücksSpirale geförderte Projekt hat das Ziel, das Engagement für Vielfalt und Demokratie in Diakonie, Kirche und Gesellschaft zu stärken. Für Rückfragen und weitere Informationen steht die Projektleiterin Leonie Krüger unter Tel. 0911 / 9354-207 gerne zur Verfügung.