Tausende Besucherinnen und Besucher bei der Vesperkirche

Zwei Wochen voller Begegnung und Miteinander beim gemeinsamen Essen und vielfältigen Rahmenprogramm

Kempten – Memmingen – Die Vesperkirche in Memmingen ist für dieses Jahr zu Ende gegangen. Zwei Wochen lang war die evangelische Christuskirche wieder „Esszimmer der Stadt“ sowie Kultur- und Begegnungsraum. Tausende Menschen nahmen das Angebot an und genossen die Gemeinschaft und das herzliche Miteinander über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Neben der täglichen gemeinsamen Mahlzeit war wieder ein vielfältiges Programm geboten. Rund 300 Ehrenamtliche unterstützten die Aktion tatkräftig.


Organisiert wird die Vesperkirche von der Diakonie Allgäu gemeinsam mit dem Dekanat Memmingen und der Christuskirche. In diesem Jahr fand sie zum siebten Mal statt, unter dem Motto „Jeder is(s)t hier richtig. Zusammen.Halten“. Schirmfrau war erstmals die Memminger Tubistin Jutta Keeß, die die Vesperkirche gemeinsam mit Regionalbischof Thomas Peitro Peral und Pfarrer Holger Scheu im Gottesdienst eröffnete. Hier feierte auch der Vesperkirchen-Projektchor seine Premiere, an dem alle, die Lust am gemeinsamen Singen hatten, teilnehmen konnten.


In den folgenden zwei Wochen wurde die Kirche zum Treffpunkt für Menschen unterschiedlichster Herkunft, Altersgruppen und Lebenssituationen. Bei den täglichen Mittagessen – zubereitet von Andreas Held (Rohde & Schwarz) und seinem Team – saßen Seniorinnen und Senioren, Familien, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Gäste in schwierigen Lebenslagen gemeinsam an den Tischen. Täglich wurden rund 450 Mahlzeiten ausgegeben, zusätzlich besuchten etwa 200 Menschen Frühstück und Nachmittagscafé.




Ergänzt wurde das Angebot durch ein breites Kultur- und Begleitprogramm. Konzerte, der Familienkinotag mit 380 Besucherinnen und Besuchern, Spieleabend, Osterkränzebinden und Kleiderrauschbörse (in Zusammenarbeit mit dem Konnex in Memmingen und dem Freiwilligendienst der Diakonie Allgäu) stießen ebenso auf große Resonanz wie Andachten, der Verständigungsort und seelsorgerische Gespräche an der „Ansprechbar“. Bei der BR1-Party im Kaminwerk feierten rund 600 Besucherinnen und Besucher ausgelassen den Abschluss der Veranstaltung. „In diesem Jahr wurden die Rahmenangebote deutlich stärker genutzt als im Vorjahr“, freut sich Manuela Walcher, die seitens der Diakonie Allgäu federführend zum Organisationsteam gehört. Für den reibungslosen Ablauf sorgten neben dem hauptamtlichen Leitungsteam rund 300 freiwillige Helferinnen und Helfer – darunter Blaulicht-, Jugend- und Hilfsorganisationen, Auszubildende und Mitarbeitende ortsansässiger Unternehmen, Schulklassen, Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie zahlreiche weitere Unterstützende. Sie unterstützten unter anderem bei Aufbau, Ausgabe, Service, im Spülzelt und bei den Veranstaltungen.




„Die Vesperkirche bringt Menschen zusammen, die sonst oft keine Berührungspunkte hätten“, so Manuela Walcher. „Vorurteile und Ängste haben hier keinen Raum. Stattdessen werden Hemmschwellen überwunden und Kontakte geknüpft. Es ist immer eine ganz besondere Atmosphäre und ein wunderbares Miteinander.“ Dies bestätigte auf berührende Weise ein täglicher Besucher ohne Unterkunft. Am letzten Sonntag der Veranstaltung ergriff er in der voll besetzten Kirche zum Mittagsimpuls das Wort und bedankte sich nicht nur für das warme Essen jeden Tag, sondern auch dafür, dass er und sein vierbeiniger Begleiter immer willkommen waren und er das allgegenwärtige Gefühl der Mitmenschlichkeit und menschlicher Wärme sehr genossen hat.


Die Angebote der Vesperkirche basieren auf dem Grundsatz „Jeder gibt, was er kann“. Die Vesperkirche ist rein spendenfinanziert. Finanziert wurde das Projekt zudem durch Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden von Firmen, Institutionen und gesellschaftlichen Akteuren.

Die Vesperkirche 2026 in Zahlen

  • ca. 8.500 Gäste
  • 6.500 ausgegebene Essen und über 2.000 Vesperpakte
  • 2 Paletten Joghurt
  • 11.325 Tassen Kaffee
  • 90 kg Kaffeepulver
  • 350 gespendete Kuchen 
  • 3.000 gespendete Brötchen und 750 süße Stückchen
  • 675 gewaschene Schürzen von der Fachschule für Sozialpädagogik und Hauswirtschaft (Spültücher waren unzählbar)

 

Unterstützende:

  • 12 aktiv beteiligte Firmen
  • 5 Blaulichtorganisationen
  • 21 Kooperationspartner
  • 56 regionale und überregionale Unterstützer
  • 4 Schulen
  • 5 Serviceclubs

Foto: Winfried Schwarz