Allgäu – Die Diakonie Allgäu beteiligt sich an einer bundesweiten Protestaktion gegen die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen im Sozialbereich. Dafür wurden von der Diakonie Deutschland Postkarten mit einem Appell an Bundeskanzler Friedrich Merz vorbereitet. Sie liegen in allen 45 Einrichtungen der Diakonie Allgäu zur Unterschrift bereit; auch alle Mitarbeitenden können ein eigenes Exemplar anfordern. Die unterschriebenen Postkarten werden gesammelt und gebündelt nach Berlin geschickt.
„Wer bei Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung spart, spart an der falschen Stelle“, sagt Roland Hüber, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Allgäu. „Wir erleben in unseren Einrichtungen jeden Tag, wie wichtig verlässliche Hilfe ist. Frühe Unterstützung, Beratung, Begleitung und Teilhabeangebote sind keine verzichtbaren Zusatzleistungen. Sie geben Menschen Halt, entlasten Familien und verhindern oft, dass Probleme größer werden.“
Hintergrund der Protestaktion sind mehr als 70 Sparvorschläge der Bundesregierung, die unter anderem die Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe betreffen könnten. Aus Sicht der Diakonie darf es bei der Debatte nicht nur um Haushaltszahlen gehen. Vielmehr müsse der Politik bewusst sein, dass hinter diesen Zahlen konkrete Lebenswege stehen: Kinder, die Unterstützung brauchen, Jugendliche, die Orientierung suchen, Menschen mit Behinderung, die selbstbestimmt leben wollen, und Familien, die darauf vertrauen müssen, dass Hilfe da ist, wenn sie gebraucht wird.
In der Postkarte an den Bundeskanzler heißt es unter anderem: „Investieren Sie in Bildungs- und Teilhabechancen. Lassen Sie keinen Kahlschlag in der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe zu!“ Die Diakonie Allgäu unterstützt diesen Appell ausdrücklich.
„Natürlich braucht es tragfähige Reformen. Aber sie dürfen nicht auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden, die ohnehin auf Unterstützung angewiesen sind“, so Hüber. „Soziale Sicherheit, weniger Bürokratie und Kosteneffizienz müssen zusammengedacht werden. Ein reiner Sparkurs schwächt am Ende nicht nur die Betroffenen, sondern die gesamte Gesellschaft.“
Weitere Informationen zu den Auswirkungen der Vorschläge gibt es unter go-diakonie.de/sparpläne.